Mittwoch, 5. Mai 2010
Splitter
Fragment 16

Der Tropfen fällt. Stille. Diese Perfektion. Ausgelassenheit. Warm und kalt zugleich.
Unendlichkeit.

Die Augen öffnen sich.
Schwarz, Dunkelheit.

Sie schließen sich.

Das Ende des Tropfen naht, er tangiert die Sphäre einer anderen Dimension.
Aus.
Der Tropfen fällt, unvergleichlich einzigartig. Alternativ und konventionell zugleich.

Die Augen öffnen sich.
Aus.

Fragment 84

Kopfschmerzen. Sie umschlangen mein Hirn wie ein Dornenkranz und schnürten sich langsam enger. Gewöhnlich an Tagen die mehr Fragen stellten als Antworten gaben. Nur um das Gleichgewicht zu den Tagen, an denen es mehr Antworten gab, zu wahren. Ich zündete mir eine Zigarette an. Es regnete. Eine wunderschöne Nacht, wie jede. Die Welt zeigte einmal mehr ihr wahres Gesicht. Ich beobachtete das Spiel schon eine geraume Zeit. Dies könnten Minuten oder Stunden sein oder gar, wenn dies nicht ein Wunder wäre einige Tage oder Jahre sein. Die Kälte nahm Besitz von meinem Körper. Einer der wenigen Momente die diesen Tag versüßten. Irgendwo in dieser Welt spielte sich dieses wunderbare Schauspiel ab und ich saß, oder besser gesagt, stand auf einem Logenplatz. Ich war mittendrin, statt nur dabei, doch war ich nur ein Zuschauer. Meine Anwesenheit war Belanglos für dieses Spiel. Meine Existenz war belanglos.

Fragment 1

Zuhause. Ich streifte die nassen Sachen ab und ging duschen. Danach nahm ich eine Flache Schnaps. Nach dem ersten Glas wurde der alte Offen in meinem Inneren wieder angeschmissen. Wohltuendes inneres Feuer. Der Schmerz gab mir meinen Körper zurück. Ich stellte mir wieder einmal die Frage. Was ich wohl sei, das war sie, die Frage. Ich wußte was ich nicht war. Ich war kein Mensch, dies war gewiß. Ein Teil von mir war wie Demian, ein Kainit, das wäre wohl nah dran gewesen, doch Hesse lebte in einer anderen Zeit. Praktisch unvergleichbar. Doch genug davon. Mein Körper war erschöpft und ich erlag im Kampf mit meinen Körper. Also schlief ich.

Fragment 36

So, jetzt stehe ich vor den Eingangstoren dieser renumierten psychatrischen Klinik. Tja, mein erstes Mal. Und doch bestimmt nicht mein letztes Mal. Heute ist der erste Tag in einem neuem Lebensabschnitt. Jahrelanges Studium um mich hierrauf vorzubereiten. Ein Freund sagte mir, hier sei ein besonderer Fall, den unbedingt ich untersuchen solle.
Nagut, tief einatmen und auf in den Kampf.

'Hallo Schwester, ich möchte gerne mit dem Stationsleiter von Station 5 sprechen.'

'Haben sie einen Termin?'

'Ja, gegen 14 Uhr.'

'Achso, ich hole den Doktor.'

Der Doktor kam, guckte mich kurz an und führte mich nach Station 5. Auf dem Weg sagte er mir das ich die Akte noch nicht einsehen solle, es wäre besser wenn ich mir zuerst das 'Subjekt', wie er liebevoll sagte, aus nächster Nähe betrachten solle. Also wollte man mich ins kalte Wasser werfen. Nach ein paar Minuten stand ich vor einer Zimmertür. Eine Schwester kam heraus und gab mir den Rat ich sollte mich nicht wundern. Naja, ziemlich seltsam, doch ich hörte schon von der besonderen Patientenbehandlung. Ich ging also in das Zimmer.

Ich kam in ein dunkeles Zimmer, die Tür schloß sich hinter mir und ich war alleine, naja ohne fachliche Unterstützung. Ich erkannte eine Person auf dem Bett sitzen. Das bisschen Tageslicht, das durch die zugezogenen Vorhänge strahlte, ließ mich nun langsam Details erkennen. Dieser Mann, wie ich nun mit Gewissheit sagen konnte, hatte einen Verband um die Augen.

'Guten Tag, ich bin ihr neuer psychologischer Berater. Ich möchte mich entschuldigen doch ich habe keine Akte von ihnen bekommen, also weiß ich nichts über sie. Fangen wir ganz von vorne an, wie lautet ihr Name?'

' Mein Name? Hmm. Mein Name, ja, wie war der doch gleich. Mein Name ist, ist egal. Namen sind Schall und Rauch in der Geschichte.'

' Äh, ja können sie mir dann irgendetwas über sich erzählen, was nicht Schall und Rauch ist?'

'In...
die anstecknadel 2006

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Die Runde
Du sitzt an einer gemütlichen Runde. Der Nebel um dich herum, erzeugt durch den großzügigen Genuß von Tabak, sticht in deinen Augen. Doch das stört dich nicht, es wirkt sogar entspannent. Es ist, wie Weihrauch, denn du befindest dich in einer heiligen Kathedrahle deiner Welt. Du zelebriest die Gebote deiner Religion, um dich herum erklingt Gebetskauderwelch, zeugend von der zunehmenden Erleuchtung deiner Gebetsbrüder, die, wie du auch, die Zeremonie der Erleuchtung praktizieren. Du stehst auf, denn du spürst einen...
die anstecknadel 2006

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